
Die Glasi – Geschichte, die weiterlebt
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Über hundert Jahre lang wurde in Bülach Glas geblasen. Die Glashütte prägte den Ort, den Alltag und die Menschen, die hier arbeiteten. In ihren Hallen entstanden Flaschen und die bekannten grünen Einmachgläser, die bis heute vielen vertraut sind. Mit der Stilllegung der Glasöfen Anfang der 2000er-Jahre endete diese industrielle Epoche – doch ihre Spuren sind geblieben.
Der Wandel des Areals wurde bewusst gestaltet. Ziel war es, aus dem ehemaligen Industrieort ein Quartier für Menschen zu schaffen: offen, durchmischt und mit Bezug zur Geschichte. Diese Verbindung zeigt sich nicht nur in der Architektur und den öffentlichen Räumen, sondern auch in einem besonderen Detail des Quartiers.
Die Häuser der Glasi tragen die Namen ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Glashütte. Menschen, die hier gearbeitet, ihr Wissen eingebracht und das Areal über Jahrzehnte mit Leben gefüllt haben. Ihre Namen sind heute Teil des Quartiers – sichtbar im Alltag, selbstverständlich und würdevoll. So bleibt die Geschichte nicht abstrakt, sondern persönlich.
Bei der Gestaltung der Glasi stand das Miteinander im Mittelpunkt. Gassen, Plätze und Übergänge schaffen Raum für Begegnung und Orientierung. Unterschiedliche Gebäude mit eigener Handschrift fügen sich zu einem lebendigen Ganzen zusammen und greifen die industrielle Vergangenheit in zeitgemässer Form auf.
Seit 2022 ist die Glasi ein lebendiger Teil von Bülach. Heute wohnen hier Familien mit Kindern, Einzelpersonen, Paare und ältere Menschen. Gewerbebetriebe, Praxen, Läden und Gastronomie sind fester Bestandteil des Quartiers und bringen Bewegung, Austausch und Offenheit in den Alltag.
Gemeinschaft entsteht hier nicht durch Vorgaben, sondern durch Menschen. Durch Nachbarschaft, Gespräche, Initiativen und geteilte Momente. Die Glasi bietet dafür den Rahmen – verwurzelt in ihrer Geschichte und offen für das Leben von heute.

